Social Projects

Herz&Kunst

Herz & Kunst ist ein Foto- und Malprojekt mit der Anton Schrobenhauser-Stiftung “kids to life” in Kooperation mit Stephan Paul Stuemer für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche aus Münchner Kinderheimen, die ein längerfristiges, pädagogisches Projekt bis zur Ausstellung begleiten.

Das Projekt findet über einen Zeitraum von ca. 5 Monaten statt. Es sind 10 Kinder/Jugendliche im Alter von 8-17 Jahren. Die abschließende Ausstellung findet am 10.02.2020 in München statt.

Die TeilnehmerInnen werden in die Gestaltungsmöglichkeiten der Fotografie und der Malerei eingeführt. Sie erhalten dabei die Möglichkeit, sich mit eigenen oder vorgeschlagenen Themen auseinander zu setzen. Die Fotos, die selbst erstellt werden, werden nach dem Ausdrucken mit unterschiedlichsten Maltechniken bearbeitet und im Anschluss der Öffentlichkeit präsentiert. Der theoretische Teil des Projektes findet vorwiegend in den Räumen von kids to life statt, der praktische Teil in den Räumen von kids to life und im Stadtgebiet und der Umgebung von München.

Für die TeilnehmerInnen steht vor allem die Freude am kreativen Gestalten, die bildnerische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen und das gemeinsame Arbeiten in der Gruppe im Vordergrund.

 

Lernziele von Stephan Paul Stuemer, München 2019

Ziel des Projektes ist es:

  • mit Spaß und der Freude mit Fotografie und Malerei optisch ansprechende Bilder zu erstellen
  • sich mit den Fotografien bildnerisch auseinander zu setzen
  • Abwechslung in den gewohnten Tagesablauf zu bringen
  • Verbindungen zwischen jungen Menschen zu schaffen, die gemeinsam lernen Dinge aus verschiedenen Perspektiven, Betrachtungsweisen und Standpunkten aus zu sehen, zu erfassen und den Nutzen daraus zu erkennen
  • Horizonte zu beschreiben und zu erweitern
  • eine Möglichkeit herzustellen, den Ist-Zustand junger Menschen besser zu verstehen,
    Reflexionen ermöglichen
  • Interesse für die Fotografie und die Malerei zur Möglichkeit der kreativen Gestaltung zu wecken
  • auf die engagierte Arbeit der Stiftung aufmerksam zu machen

 

Motivation und Vorgehensweise

Gestaltungselemente der Fotografie werden aufgegriffen und können somit zu einer zusätzlichen Sichtweise motivieren. Freie Fotografie und der experimentelle Umgang mit unterschiedlichen Malmaterialien und -techniken eröffnen auf spielerische Art und Weise Möglichkeiten Neues auszuprobieren. Standortperspektiven werden erläutert und bestehende positive Fertigkeiten angeregt zu festigen.

Im Projektverlauf entstehen Bilder der eigenen Wahrnehmung. So z.B. der unmittelbaren Umgebung wie Objekte, Menschen und deren Handlungen. Diese Wahrnehmung findet ihren Ausdruck im bildnerischen Arbeiten, in Fotografien und Übermalungen wieder. Ziel ist es den Zugang zu einer kreativen Freiheit zu ermöglichen und diese in Zwischenaussagen und Resultate des Projektes sichtbar wer-den zu lassen. Die Teilnehmer werden sensibilisiert, die Umwelt zu beobachten, auch sich selbst zu hinterfragen und alternative Chancen im eigenen und gemeinsamen Leben einzubeziehen, die Fähigkeit lernen sich selbst auf etwas anderes einzulassen.

Vom Moment des Sehens und des Festhaltens durch die fotografische Aufnahme bis zum künstlerischen Weiterarbeiten mit Malmaterialien entwickelt sich ein teils bewusster und teils affektiver Spiegel der Gefühle.
In einem geschützten Umfeld wird neu Erlerntes verbunden mit bereits vorhandenem Wissen angewendet – angstfrei und ungefährlich. Ideen und auch Zweifel finden in den entstandenen Arbeiten ihre Mittel und Wege, Ergebnisse ein Ziel.
Es entsteht Kunst!

Themen oder Motive werden nicht zwingend vorgegeben, sondern im Verlauf gemeinsam in der Gruppe oder in Einzelsituationen erarbeitet und anschließend selbständig umgesetzt. Innerhalb der Projektzeit können sich die Jugendlichen mit den für sie wichtigen Dingen, wie z.B. Stimmungen und deren Tendenzen zeit nehmen. Es kommen sowohl die bewusste Auseinandersetzung mit einem eigens gewählten Thema, als auch die Ablenkung durch die Ausübung handwerklicher Fotografie und malerischer Gestaltung in Betracht.
Die TeilnehmerInnen beschäftigen sich mit zurückgelassenem, dem Jetzt und der Zukunft, den Fragen anderer, mit dem eigenen Wollen und mit der Reaktion während und nach der Veröffentlichung ihrer Arbeiten.
Kunst ist wie Kunst, lass uns sie machen!

 

Projektablauf

(Vermittlung der Inhalte: altersgerecht und nach Stand des Wissens)

Um die TeilnehmerInnen auf die kreative Arbeit mit der Kamera und die Möglichkeiten im Umgang mit dem Malmaterial einzustimmen erfolgt zu Beginn eine Schnellmalaktion. Mit den Ergebnissen wird anschließend zu vorgegebenen gestalterischen Themen weitergearbeitet. Mit den fertigen Arbeiten stellen sich die TeilnehmerInnen in der Gruppe vor.

Phase 1
Das theoretische Bild (Sehen und Wahrnehmen)
Didaktische Analyse und Vermitteln von kognitiven Zielen (Bildgestaltung)

  • Sich bekannt machen, gegenseitiges Kennenlernen und Austausch: Was gefällt mir? Was nicht? (unter gestalterisch/visuellen Gesichtspunkten)
  • Besprechen von Formen und Farben
  • Wie funktioniert das Sehen?
  • Geometrisch-optische Wahrnehmungstäuschungen (z.B. von Zöllner, Müller-Lyer, Titchener, usw.)
  • Wie funktioniert unser Auge und was macht das Gehirn dabei?
  • Schaffen eines Transfers zum generellen Aufbau einer Kamera
  • Zeichnen von Strahlengang Auge und Kamera
  • Der Raumeindruck auf einer zweidimensionalen Fläche und dessen Umsetzung beim Fotografieren
  • Bildgestaltung (Vermittlung der wichtigsten Hinweise und Analysekriterien, wie ein Bild gestaltet werden kann)
  • Beschreibung von Bildanalysen in der Schwarz-Weiß-Fotografie anhand von Beispielen

Phase 2
Fotografieren (Wahrnehmen und Gestalten)
Probieren und Anwenden (Arbeiten mit der Kamera), Vermitteln von kognitiven und psychomotorischen Zielen (fotografisch-technische Grundlagen), bildnerische Auseinandersetzung mit den ersten Ergebnissen

  • Die fotografische Ausrüstung und wichtige Utensilien des Fotografen
  • Vermittlung von Grundlagen der Fotografie (Blende, Verschluss und Verschlusszeit, Abblenden, Schärfentiefe, Empfindlichkeit, Brennweite usw.)
  • „Richtiges Belichten“
  • fotografische Umsetzung vorgegebener und/oder eigenen Themen sowie selbst gewählter und/oder vorgegebener Motive unter Berücksichtigung der gelernten Gestaltungselemente (unterschiedliche Blenden, Zeiten und Brennweiten usw.)
  • Erarbeitung eines gemeinsamen Themas für die Ausstellung
  • Fotografieren und teilweise Übermalung der Aufnahmen

Phase 3
Bildnerische Arbeit (Übermalen der Fotografien)
Auswerten (Bildanalyse)
Vorbereitung der Ausstellung, Vermitteln von kognitiven Zielen (Grundlagen der elektronischen Bildbearbeitung EBV und Drucktechnik), Auswahl einer Fotografie zur Bildübermalung für die Ausstellung

  • Besprechung der entstandenen Arbeiten nach den bereits erlernten Bildgestaltungskriterien
  • Gemeinsame Auswahl der jeweils „besten“ Bilder und Zusammenstellung zu einer Serie
  • Bearbeitung der Aufnahmen mit Photoshop® und Bereitstellen der Auswahl für den Druck
  • Auswahl eines Fotos zum Druck und anschließende Überarbeitung der Arbeit mit entsprechendem Malmaterial.
  • Vorbereitung der Ausstellung: Welche Aufnahmen? Wie viele Bilder? In welchen Formaten sollen die Bilder präsentiert werden? usw.

Phase 4
Ausstellung und Nachbearbeitung

  • Hängung der Bilder, Vorbereitung und Durchführung der Ausstellung

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Gasteig München und Bayerischer Landtag
Ausstellung im Bayerischer Landtag durch Barbara Stamm